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Interview im |
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WR: Bitte erzählen Sie uns etwas von Ihrem ersten Whippet. Warum und wieso sie ihn erworben haben. Unser erster Whippet war „Chesterfield Cinderella“ kurz Cindy aus einer kleinen deutschen Zucht in der Nähe unseres Wohnortes. Durch Zufall sind wir auf diese Rasse gestoßen – wir trafen einen Bekannten – von dem ich nicht mal wusste, das er Hunde hatte – und er hatte den Vater unserer Cindy an der Leine und übergab ihn mir mal kurz zum Halten. Schwub saß der fremde Hund auf meinem Schoß und schmuste mit uns, da war es um uns geschehen und knapp ein Jahr später zog Cindy zu uns und unseren drei Katzen. Cindy war leider sehr zart und auch gesundheitlich sehr empfindlich, leider mussten wir sie mit nur 8 Jahren wegen einer schweren Lungenentzündung einschläfern lassen. Vergessen haben wir sie bestimmt nicht. |
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WR: War Hunde zu züchten Ihr Kindheitstraum oder entwickelte sich der Wunsch erst später? Whipcat: Hundezüchten war bestimmt kein Kindheitstraum. Zwar gab es in der Familie meines Mannes einen Dackel und mein Vater besaß als ich ein Kleinkind war einen Schäferhund und später einen Basset – Tierliebe war also vorhanden – aber das dies mal solche Ausmaße annehmen würde, nein, damit war bestimmt nicht zu rechnen. WR: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, "Whipcat" als Zwingernamen auszuwählen? Whipcat: Nachdem von der FCI ca. 8 Namensvorschläge die von uns eingereicht wurden abgelehnt wurden (gab es schon in anderen Ländern) spielten wir ein bisschen mit dem Wort Whippet herum und kamen durch unsere Katzen dann auf den Namen Whipcat, der glücklicherweise noch nicht vergeben war. WR: Hatten Sie irgendwelche Vorbilder als Sie mit ihrem Zuchtprogramm begannen? Whipcat: Nein. Mit Cinderella gingen wir auf ca. 10 Shows und sie bekam 10 x mehr oder weniger wohlwollend ein sg – auf einer WCD Show in Freiburg wo Mr. Charmichael aus GB richtete sah ich Hammonds Simple Simon und fand, das dieser Hund ganz anders und wunderschön aussah. Unser zweiter Whippet war eine Tochter von ihm, FlicFlac Flying Flame. Thomas Münch und Reinhard Seim (Zwinger FlicFlac) meinten wir sollten einen Wurf mit ihr machen und so ergab sich das Züchten plötzlich von ganz alleine. Dann begannen wir uns natürlich auch mit England zu befassen und der dortigen Zucht und den Blutlinien die uns gefielen. WR: Auf welchen Linien basiert Ihre Zucht? Whipcat: Hauptsächlich auf „Courthill“ Blutlinien, die teilweise auf Ch Pencloe Dutch Gold/Hillsdown Fergal zurückgehen und auf Roger Stocks alte Shalfleet/Dondelayo Blutlinien. In jüngerer Zeit nahmen wir gezielt amerikanische Linien mit Sporting Fields Jazz Fest/Sakson Shore Braveheart auf. WR: Wieviele Würfe haben Sie bisher gezüchtet? Whipcat: Unser erster Wurf fiel unter FlicFlac (es war der I-Wurf), dann gründeten wir unserer eigenen Zwinger und haben mittlerweile 14 Würfe gezogen. WR: Wie würden Sie Ihr Zuchtprogramm beschreiben? Whipcat: Durch die starken Hündinnen Blutlinien , die wir Dank Roger Stock in unseren Hündinnen Courthill Crystal Ring und Courthill Cafe Society haben, können wir gut auch mal einen Outcross probieren ohne, das es zu unübersichtlich wird. Es ist faszinierend die englischen Blutlinien mit den amerikanischen zu kreuzen, wobei ich immer englische Whippets bevorzugen würde – sie sind mir einfach bodenständiger. Da sich in der Welpenzeit fast alles um Welpen und Whippets dreht, sind mehr als 2 höchstens 3 Würfe in einem Jahr nicht möglich. WR: Wie sozialisieren sie Ihre Welpen bis zur Abgabe? Whipcat: Die ersten 3 -4 Wochen sind die Welpen mit Mutter im Arbeitszimmer untergebracht, da ich hier viel Zeit mit Vereinsarbeit verbringe, bin ich so die meiste Zeit dabei. Da wird geschmust, gestreichelt – was m.E. bereits in diesem Alter extrem wichtig ist. Dann ziehen sie in ein eigenes Welpenzimmer um und draußen wird ein sehr großer Auslauf aufgebaut mit unterschiedlichen Bodenverhältnissen wie Gras, Kies, Betonplatten. Weiterhin gibt es einen richtigen Abenteuerspielplatz, mit Tunnel, Bällen, Iglus usw. Natürlich spielen auch die großen Whippets und unser King Charles Spaniel mit den Welpen und jedes Wochenende haben wir in der Welpenzeit viele Besucher mit Kindern und viel Tamtam. WR: Welches ist Ihrer Erfahrung nach der beste Zeitpunkt die Welpen an Ihren neuen Besitzer abzugeben und warum? Whipcat: Wir haben die Erfahrung gemacht, das 10 Wochen eigentlich sehr gut sind um einen Welpen in sein neues Heim ziehen zu lasen – er hat schon Wesentliches bei uns gelernt und dann sind seine neuen Besitzer dran ihn weiter auf sein Hundeleben hin vorzubereiten. WR: Auf welche Merkmale achten Sie zuerst, wenn Sie einen Whippet beurteilen? Whipcat: Der Hund muss „sound“ ein, wie der Engländer sagt, es gibt dafür m.W. keine genaue Übersetzung. Fehler suchen kann jeder, ich denke man muss sich den Hund in seiner Gesamtheit anschauen und das Auge darf nirgends „hängen bleiben“ sondern muss darübergleiten, die Linien müssen fließend sein – und dann natürlich das Gangwerk – fließend, weich ohne Mühe. WR: Nach welchen Gesichtspunkten suchen Sie einen Welpen aus, den Sie für Ihre Zucht behalten möchten? Whipcat: Nun, bestimmt nicht nach der Farbe. Der Stammbaum muss passen und uns einen Schritt voranbringen. Normalerweise entscheiden wir so zwischen der 7. und 8. Woche welcher Welpe bei uns bleiben soll. Entscheidend ist, ob er „sound“ ist, eine gute Länge hat und ggf. nicht so aussieht als würde er riesig. Und dann sollte es möglichst kein Rüde sein, da haben wir mit zwei Rüden bereits genug. WR: Es gibt einen amerikanischen und einen englischen Standard. Wie empfinden Sie die Unterschiede zwischen beiden und denken Sie, dass es nötig ist, zwei Standards zu haben. Was halten Sie von einem international gültigen Standard? Whipcat: Ja, ich denke es wird nicht dazu kommen, einen gültigen Standard für Whipets zu haben. Die amerikanischen Whippetzüchter legen teilweise auf ganz andere Kriterien in ihrerer Zucht Wert als dies die englischen Whippetzüchter tun. Zum Beispiel ist das Pigment bei den Amerikanern ein ganz wichtiges Thema – alles soll dunkel/schwarz pigmentiert sein – dem Engländer ist dies recht gleich, solange die Augen im Dunkeln nicht „leuchten.“ dies ist vielleicht etwas überspitzt ausgedrückt. Ich denke, so wie es im Moment ist, ist es auch okay.Das was dem englischen Hund vielleicht manchesmal an Ausstrahlung fehlt hat der amerikanische Whippet gerne sehr übertrieben und außer Ausstrahlung ist dann ab und zu nichts mehr übrig. WR: Von den physikalischen Unterschieden zwischen amerikanischen und englischen Whippets abgesehen, denken Sie, daß es einen Unterschied bezüglich des Charakters gibt? Wenn ja, wie würden Sie ihn beschreiben? Whipcat: Das kann ich so nicht sagen, ich denke vom Wesen sind Whippets auf der ganzen Welt gleich – Gott sei dank, da gibt es keine „unterschiedlichen „ Standards. WR: Was denken Sie über Inzucht, Linienzucht und Outcrossing? Was halten Sie für am praktikabelsten? Whipcat: Nun, praktikabel ist alles Drei, jeder Züchter hat da seine eigenen Vorstellungen und Erfahrungen. Wir persönlich bevorzugen Linienzucht machen aber auch ab und zu ein Outcross um „frisches Blut“ und neue Ideen reinzubekommen. In England ist es auch mal üblich eine Inzuchtverpaarung zu machen um zu sehen wo man mit seiner Zucht steht (es bilden sich meist bei einer Inzuchtverpaarung bestimmte Merkmal besonders aus und man sieht ob man diese so weiterzüchten will oder ob man etwas ändern muss) – darauf habe wir bislang verzichtet, es bedarf auch der besonderen Genehmigung der Zuchtstelle des Vereins. WR:Welches sind die wichtigsten Kriterien nach der Sie eine passende Hündin auswählen? Whipcat: Stammbaum, Wesen, „Soundness“, Gangwerk. Auch sollte eine Zuchthündin eine sehr gute Konstitution besitzen. WR: Was denken Sie von dem häufigen Einsatz mancher Zuchtrüden? Empfinden Sie dies mehr als positiv oder negativ? Whipcat: Eher negativ. Er kann die Rasse sehr schnell negativ beeinflussen. Ganz schlimm ist es unserer Meinung nach, wenn noch nicht mal Nachtzucht des Rüden bekannt ist und er dennoch in kürzester Zeit 20 Mal und mehr in einem Land zum decken benutzt wird. Unser Champion Whipcat Fire Island at Courthill und auch Courthill Crimson Pirate wurde bislang in Deutschland außer bei uns nur bei 3 anderen Zwingern zur Zucht eingesetzt, und das ist auch gut so. WR: Wieviele Hunde leben derzeit bei Ihnen? Und halten Sie noch irgendwelche anderen Rassen? Whipcat: 9 Whippets und ein King Charles Spaniel. Zwei ältere Damen mit 12 ½ und 11 1/2 die Geschwister aus dem F- Wurf mit knapp 6 Jahren, Macy mit 4 ½, Zinnia mit 3, Eros mit 2, Lisa mit 1 ½ Jahren und klein Lily mit 8 Monaten und natürlich die King Charels Spaniel Hündin Tassel mit knapp 7 Jahren. WR: An welchen Aktivitäten nehmen Sie mit Ihrem Whippet teil? (z.B. Rennen, Coursing, Agility, Obedience? oder irgendwelchen anderen Sportarten/Beschäftigungen) Whipcat: Wir lieben es auf Ausstellungen zu gehen. Für mehr ist leider keine Zeit. WR: Was war Ihrer Meinung nach ihr erfolgreichster Wurf? Whipcat: Ich denke unser F-Wurf. Es waren 2 Rüden und 2 Hündinnen, Whipcat Fire Island at Courthill wurde englischer Champion (als 3. ausländischer und erster deutscher Whippet überhaupt) und konnte sein Internationales und Deutsches Championat vollenden und wurde 2002 VDH Europasieger. Seine Schwester Faithful gewann 3 ResCC in England und konnte auf dem Kontinent Luxem., Deutscher und VDH Champion werden. Es fehlt ihr noch eine Anwartschaft auf das internat. Championat. Beide konnten mehrfach die Gruppe X der Windhunde gewinnen. Die Schwester Fantasy konnte auf Anhieb CAC und CACIB gewinnen, wurde dann aber leider nicht mehr ausgestellt. WR: Von allen Whippets, die Sie gezüchtet haben, war welcher Ihrer persönlichen Vorstellung von Perfektion am nächsten und warum? Whipcat: Perfekt war Gott sei Dank keiner – sonst müssten wir ja sofort aufhören zu züchten. Besonders gelungen fanden wir sind: Blue Velvet, Conquest of Paradise, Color of Night, Fire Island at Courthill und auch Faithful, ebenso wie Going My Way – beide Würfe waren nach Lorricbrook Bandleader, einem Rüden der in Verbindung mit unseren Hündinnen hervorragendes geleistet hat. Kayleigh Fly Till Daw ist sehr schön geworden und Johnny Be Good ist unserer Meinung nach der beste Rüde den wir bisher gezüchtet haben. Viel Freude hatten wir an unseren jüngsten Würfen dem M und N Wurf, da sieht es aus, als wären auch ein paar vielversprechende Hunde dabei.
WR: Wie suchen Sie die Namen für ihre Hunde aus? Wonach sind Ihre Whippets benannt? Whipcat: Wir versuchen Film oder Musiktitel an die Welpen zu vergeben, meist klappt das auch. WR: Hatten Sie je Zweifel ihre Zucht fortzusetzen? Whipcat: Nein, ich denke wir sind auf dem richtigen Weg, da muss jeder selbst seinen Weg finden – und wie heißt es so schön, der Weg ist das Ziel! WR: Was ist das Beste am Hunde züchten? Whipcat: Die Aufregung des Wurfes, wenn es dann soweit ist und die Welpen wollen auf die Welt, und natürlich auch die Welpenzeit. das ist die schönste Zeit beim züchten. Bestimmt nicht die Auswahl der neuen Hundeeltern, da will man alles richtig machen und es ist nicht immer ganz einfach den geeigneten Besitzer für die Goldstücke zu finden. WR: Glauben Sie, dass es für einen Neuzüchter schwer ist Unterstützung und Hilfe zu erhalten? Whipcat: Nein, aber ich glaube die heutigen Neuzüchter, die eine oder mehrerer Hündinnen haben und dann einen Wurf machen und züchten wollen, wollen meist keine Hilfe, sie wissen meist alles besser. Wenn uns ehrlich jemand um Hilfe oder Unterstützung fragt sind wir immer gerne bereit zu helfen, trotz vieler schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit. WR: Haben Sie einen Rat für zukünftige Züchter? Whipcat: Vor allem über den Tellerrand hinausschauen, nicht Parolen nachgrölen sondern sich selbst eine Meinung bilden, nicht dem bunten „Internet“ und vielen bunten Fotos glauben sondern sich selbst ein Bild machen. Erfahrungen sammeln und sich die Rasse im Ursprungsland und den USA anschauen, sich die Nachzucht und Geschwister der eigenen Hündinnen mit denen man züchten will und der Rüden anschauen, auch mal um eine Meinung fragen aber dann auch die Meinung akzeptieren und nicht als bösen Willen auslegen, auch andere Whippettypen gelten lassen – auch andere Züchter haben schöne Hunde, ach da fällt uns noch einiges ein. WR: Welche Whippets in der Vergangenheit haben Sie am meisten beeindruckt? Whipcat: BIS Ch. Pencloe Dutch Gold, wir durften ihn sogar zum Gassi gehen ausführen(ja auch ein Crufts Winner muß mal) – hat uns sehr, sehr beeindruckt. Nicht nur seine Ausstrahlung und sein Wesen, nein auch das Gangwerk war atemberaubend. natürlich auch Ch. Hammonds Simple Simon, der uns ja sozusagen schließlich zur Whippetzucht brachte, auch er hatte ein bestechendes Gangwerk. WR: Und etwas aktueller? ? Whipcat: In England: Ch. Spyanfly Say No More, Ch. Rum Punch of Falconcrag, Ch. Spyanfly Say its Bardo, Ch. Cobyco Call the tune, in den USA: Ch. Tivio’s Fallingwater, Ch. Starline Sweet Sensation und noch einige mehr. WR: Was ist der beste Rat den Sie ihre Hunde betreffend je bekommen haben? Whipcat: Viele, da wir sehr eng mit Roger Stock befreundet sind, der nunmehr fast 40 Jahre Whippets züchtet und ausstellt ist es selbstverständlich, dass er uns viele Ratschläge gibt und wir diese auch gerne annehmen. WR: Was sind Ihrer Meinung nach mögliche Gesundheitsprobleme beim Whippet? Whipcat: Wir glauben nicht, dass der Whippet grundlegende Gesundheitsprobleme hat. WR: Denken Sie, daß der Gesundheit des Whippets genug Aufmerksamkeit geschenkt wird? Whipcat: Ja, hoffen wir, dass die Züchter auch weiterhin ehrlich mit der Gesundheit ihrer Hunde umgehen. WR: Wenn Sie jetzt zurückblicken, wünschen Sie sich etwas anders gemacht zu haben? Whipcat: Nein, eigentlich nicht, auch Fehler sind letztendlich für irgendetwas gut. WR: Was sind Ihre Zukunftspläne für ihre Zucht? Whipcat: Weiter den Weg zu gehen den wir uns ausgesucht haben. Weiter versuchen das Beste aus einer Kombination englischer und amerikanischer Blutlinien herauszubekommen. Bei einem Gespräch mit einem skandinavischen Whippetzüchter stellten wir mal fest, dass wir kontinental-europäischen Whippetzüchter so geniale Möglichkeiten haben – wir können uns das Beste aus den USA, England und Europa aussuchen und damit versuchen das Beste zu machen. WR: Noch ein paar letzte Worte? Whipcat: Wir würden uns wünschen, dass die Züchter und Aussteller etwas freundlicher miteinander umgehen und das ganze nicht als Geschäft sehen, sondern als schönes Hobby, welches uns zusammen geführt hat und an dem wir uns erfreuen können. Außerdem hegen wir die Hoffnung, dass die Whippets auch weiterhin so bleiben wie sie sind.
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