Lightning Strike at Courthill – unser „Fin“

8. Juli 2014

oder Finsel-Pinsel, oder Finselmann

Mein Herzhund, den ich über alles liebe. Hinter unserem Rücken wird gelästert: Wie können sie den Hund nur ausstellen, der ist ja so schissig, der zeigt sich nicht, blabla

Hier seine Geschichte:
Im Januar fuhren wir nach GB, wir suchten einen Rüden mit einem guten Stammbaum, der unsere Zucht verstärken sollte. In Kontakt kamen wir mit einem Herrn, der seinen ersten Whippet-Wurf hatte aus der Schwester der Crufts-Gewinnerin und 3 x TopHündin in GB (also genau unseren Linien) und einem tollen Rüden. Dieser Herr wollte den Rüden hergeben-auf drängen. Gekostet hat er 1500 Euro. kein Problem, bei einem tollen Rüden, der 1 Jahr alt ist!

Wir kamen also im dicksten englischen Winter – mit Schnee und minusgraden- dort an. Nun ein etwas verwahrlostes Grundstück, aber okay, im Winter sieht alles etwas trauriger aus.
Der „Züchter“ kam uns entgegen, ein freundlicher alter Herr, erst fragte er uns ob wir die Mutter sehen wollten. Immerhin hat diese schon 2CC gewonnen in Gb. Klar wollten wir sie sehen. Er ging zu einem geparkten Auto und öffnete die Heckklappe. Da saß sie, ohne decke im Auto, die wunderschöne Mutter. Okay, dachte ich, was wird das wohl werden. Dann fragte er ob wir den Rüden mal ansehen wollten. Ja, wir wollten. Vorbei an teilweise abgerissenen Hühnerhäusern kamen wir an einen Betonverschlag. Tür auf, drin kalter Betonboden, eine Glühbirne an der Decke, 2 „Läppchen“ die wohl Decken darstellen sollten und ein ganz in den Hintergrund gekauerter Whippetbub, mit eine großen Geschwulst am Rücken.

Er wollte uns den Hund hinstellen, ob er uns auch gefällt. Kein Problem sagte Hajo und ich wir nehmen ihn. Also ganz vorsichtig auf Fin zu, Gott sei dank, er ließ sich anfassen ohne zu beißen, ab in unser Auto, in die Box. Geld bezahlt und weg. Im Hotel in Calais erstmal das Futter das wir mitbekamen weggeworfen. Mit dem Hund ins Zimmer. Er stand bewegungslos in einer Ecke und rührte sich nicht. So ging das fast eine Stunde. Riesige Auge und zittern. Beim Gassigehen hatten wir ernstlich Angst er ging uns aus dem Halsband. Endlich zuhause durfte er natürlich mit ins Wohnzimmer um ihn einzugewöhnen. Freunde die uns besuchte meinten das würde nie werden. Bei Fremden stand er zitternd am Fenster und kam nicht näher. Wir haben es ganz langsam angehen lassen. Er durfte mit ins Bett, nach und nach kam er selbst mal zu uns und schnuffelte. Man merkte, dass seine Angst nicht aus ihm selbst kam, sondern einfach daraus, dass er gar nichts kannte. Die Geschwulst haben wir dann entfernen lassen, es war eine Kollagenansammlung.

Mittlerweile, nach über 1 1/2 Jahren bei uns konnten wir ihn schon ausstellen, wobei es in der Halle besser geht als draußen. Er erschrickt noch immer bei allen Geräuschen und „denkt“ zu viel.  er hat sich aber zu – für meine Begriffe – wunderschönen Hund entwickelt, konnte auch schon zwei CAC mit nachhause nehmen und war in großen Klasse stets platziert. Wenns dann jedoch ums gewinnen geht zuckt er noch immer mal zusammen und dass heißt dann halt V2. Aber was solls. Jeder der Fin näher kennen gelernt hat findet ihn toll. Allein die Entwicklung die er durchgemacht hat. Aus einem dunklem Verschlag, aus dem er nur mal zum spazieren gehn raus kam, ganz allein!!!! bis heute zu einem lustige Rüden der fröhlich lachend im garten rennt und nichts lieber hat als ganz viele Hunde um ihn herrum – zuhause. Unterwegs gehts, aber er ist noch scheu. Hat Angst vor dunklen Ecken. Aber auch das wird. Wir sind jedenfalls glücklich ihn zu haben.

fin-klein

Oberglücklich sind wir, dass es super geklappt hat. Fin hat seinen ganzen Mut zusammen genommen und hat unsere Kiki gedeckt.

So erwarten wir ganz gespannt Babies in der ersten Septemberwoche von ihm und Whipcat N’oubliez Jamais

kiki

2 Kommentare zu “Lightning Strike at Courthill – unser „Fin“”

  1. J.Jung schrieb, am 12. Juli 2014 um 14:52 Uhr:

    Bin total gerührt, und finde es toll das sie sich die Mühe machen, denn es ist Mühe einen nicht sozialisierten Hund ein Leben ohne Angst zu geben.
    Auch finde ich es total toll das ihr Herz auch für solche Hunde offen ist
    fand das auch schon mit dem Mädel die sie aus dem Tierheim holten
    das machen nur wenige denn es ist immerhin ein Fresser und ein Platz mehr den man vergibt, Ihnen Fam. Oschinsky meine Hochachtung!
    Die Menschen die hinter ihrem Rücken reden sind wahrscheinlich nur
    Neider, denn der Fin wird mit jedem Stück mehr Selbstvertrauen u. Lebensfreude freier u. dadurch schöner, vielleicht sind sie auch neidisch auf sie da sie nicht nur züchten sondern den Whippis die Hilfe brauchen im rahmen ihrer Möglichkeiten helfen. Wenn jeder mal über seinen Tellerrand schauen würde gäbe es nicht soviel Elend. Ihnen meine Hochachtung
    Mit tierlieben Grüßen J. Jung

  2. Wildermuth Ursula schrieb, am 13. Juli 2014 um 11:49 Uhr:

    Ich kann mich dem o.g. Kommentar nur anschließen. Wir sprechen nach unserem Besuch bei Ihnen noch viel von Fin. Wir sind einfach nur froh, dass er bei Ihnen sein kann. Über Quinn demnächst mehr.
    Ganz liebe Grüße U. Wildermuth

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